10. Oktober 2026 · Handwerka Magazin

Elektriker, Elektrotechnik, Elektronik: Was der Unterschied in Österreich ist

Wer in Österreich „Elektriker" sagt, meint fast immer jemanden, der Strom im Haus oder auf der Baustelle installiert. Im Lehrberuf heißt das Elektrotechnik. Elektronik ist ein anderer, eigener Lehrberuf. Das klingt ähnlich, hat aber andere Inhalte, andere Betriebe und andere Wege. Hier die Unterschiede, mit Quellen aus dem Bundesgesetzblatt.

Elektrotechnik: das, was man meistens meint

Der Lehrberuf Elektrotechnik ist ein Modullehrberuf. Das heißt: Alle lernen zuerst dasselbe Grundmodul, danach wählt man ein Hauptmodul. Laut der Elektrotechnik-Ausbildungsordnung (BGBl. II Nr. 386/2023) gibt es vier:

  1. Elektro- und Gebäudetechnik: Errichtung, Prüfung und Inbetriebnahme elektrischer Anlagen in Gebäuden, also Stromversorgung, Verteilsysteme, Beleuchtung, Kommunikations- und Gefahrenmeldeanlagen, Erdung und Blitzschutz. Das ist das, was die meisten als „Elektriker" kennen.
  2. Energietechnik: Bau und Inbetriebnahme von Anlagen zur Erzeugung, Umwandlung und Verteilung von Energie, etwa Umspannwerke, Transformatorstationen und Hochspannungsleitungen.
  3. Anlagen- und Betriebstechnik
  4. Automatisierungs- und Prozessleittechnik

Wer will, kann ein zweites Hauptmodul oder ein Spezialmodul dazunehmen, zum Beispiel Smart Home, Gebäudetechnik, Erneuerbare Energien und Elektromobilität oder Netzwerktechnik. Für den Bereich Eisenbahn gibt es eigene Spezialmodule.

Lehrzeit: Grundmodul plus ein Hauptmodul dauern dreieinhalb Jahre. Mit einem weiteren Hauptmodul oder einem Spezialmodul sind es vier Jahre. Die ersten zwei Lehrjahre sind das Grundmodul. Das steht in § 1 der Verordnung.

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